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Japan Marken der 1. und 2. Ausgabe und deren Fälschungen

Für das Kaiserreich Japan wurden bekanntlich zuerst 1871 Postmarken ausgegeben und edirte man im April genannten Jahres zunächst 4 ungezähnte Marken-Werthe, klein Quadrat-Form mit sogenannter „Grec“ Borte, worin zwischen 2 im unteren Theil mit den Schwanzenden sich berührenden Drachen die japanesischen Schriftzeichen und Ziffern befindlich waren – auf ganz dünnem grauweissem chinesischen Papier.in den Werthen zu:


50 Mons, braun (Nuancen graubraun, rothbraun), 100 Mons blau (hell und dunkel


200 Mons orangeroth (ziegelroth), 500 Mons grün (blaugrün)

Schon im folgenden Jahre und zwar im April 1872 machte sich, durch eine Aenderung des Münzwesens bedingt, eine neue Emmission nothwendig und wurden unter Beibehaltung des Typus von 1871, nur gezähnt (11), die Marken ½ Sen, rothbraun (Nuancen braun, graubraun, graugrün), 1 Sen blau 2 Sen orangeroth bis ziegelroth und 5 Sen grün (blaugrün) ausgegeben, gleichfalls auf ziemlich dünnem, grauweissem, chinesischen Papier, welches hier meist gerippt, bisweilen nur glatt vorkommt. Beide Emmissionen sind namentlich was die ganze Ausführung und Schraffirung betrifft, sehr gut bearbeitet und ist besonders die griechische Randeinfassung mit vorzüglicher Accuratesse hergestellt. Selbst in denjenigen Exemplaren, wo durch sattes Auflegen der Farbe besonders die Zeichnungen der beiden Drachen im Druck beeinträchtigt sind, erscheinen die einzelnen Theile derselben immer noch auf`s Genaueste und Bestimmteste hervortretend.

Trotz dieser vorzüglichen Arbeit, die zum guten Glücke eine Imitation recht sehr erschwert, haben spekulative Köpfe nicht umhin gekommt, auch hierin ihr möglichstes zu leisten und Fälschungen zu schaffen, die auf den ersten Blick selbst den Kenner ab und zu täuschen können. Sieht man die nur bis jetzt bekannt gewordenen bezüglichen Nachbildungen – die sämtlich einer Fabrik entstammt zu sein scheinen – freilich etwas genauer an und betrachtet man die einzelnen Theile der Marke durch ein gutes Glas, so stellt sich sehr bald heraus, dass die Fälschungen doch recht viel an Genauigkeit und Sicherheit zu wünschen übrig lassen. Nur die japanesischen Schriftzeichen und Ziffern sind einigermassen korrekt und können den Vergleich mit den Originalen noch aushalten; ebenso lässt sich an den für die Fälschungen gewählten Farben kaum etwas aussetzen, da auch die Original-Marken in allen möglichen Schattirungen vorkommen; aber eines ist es, was vor Allem bei genauer Betrachtung die Imitation sofort als solche kennzeichnet: Die höchst inkorrekte Ausführung der Grec-Borte. Wie bereits oben gesagt, ist gerade dieser Theil der Marke in den Originalen auf`s Vorzüglichste accurat gearbeitet; in den Fälschungen sind aber die einzelnen Abtheilungen genannter Umrandung so unvollkommen und nachlässig aneinander gereiht, dass ab und zu jede Verbindung, wo solche vorhanden sein muss, fehlt; und dass die einzelnen senk- und wagerechten Striche ganz gekrümmt erscheinen. Ausserdem sind die beiden Einfassungs-Linien, die die Grec-Borte nach aussen begrenzen und die in den Originalen auf`s Genaueste in einer schwachen und einer starken Linie – nach aussen abschliessend – erscheinen, in den Imitationen so mangelhaft hergestellt, dass beide Linien, veranlasst durch die inkorrekte Zeichnung, theilweise in eine einzige Linie zusammenlaufen. Das grauweisse Papier der Original-Marken hat der Fälscher in ziemlich weisses Papier verwandelt, was besonders im Mittelfelde, wo sich die japanesischen Schriftzeichen und Ziffern befinden, besonders auffällig ist, auch erscheint es bei ihm in beiden Emissionen von gleicher (sehr dünner) Beschaffenheit (sogenanntes Seidenpapier), weicht also bezüglich der zweiten gezähnten Emission in der Stärke doch erheblich ab. Was die Zähnung selbst betrifft, so ist, wenn auch in den Originalen nicht mustergültig, solche in den Fälschungen doch dermassen ungenau und mangelhaft, dass es ab und zu erscheint, als ob die Scheere dabei hätte nachhelfen müssen.

Bezüglich der einzelnen Theile der Zeichnung möchte ich noch bemerken, dass die Originale zwischen der Grec-Borte und den Drachen kleine spitzenförmige Verzierungen tragen, die namentlich an den beiden Seiten links und rechts auf`s Genaueste und Gleichmässigste sich aneinander reihen. Diese Verzierungen sind in den Imitationen ganz und gar verschwommen und lassen sich in Folge dessen kaum noch als solche erkennen. Die in den Originalen vorzügliche Schraffirung der beiden Drachen scheint dem Fälscher wohl das grösste Kopfzerbrechen verursacht zu haben, denn sie ist, durch ein gutes Glas betrachtet, wohl am schlechtesten von allem in der Imitation gelungen; freilich ist auch der Raum, wo solche im Original angebracht, so klein, dass es sicher eines sehr geschickten Arbeiters bedarf, um die einzelnen Theile der Schraffirung derart hervortreten zu lassen, dass zu unterscheiden wäre, welche Theile schraffirt und welche Theile frei (weiss) zu lassen. Auch die Grösse der Marken im Allgemeinen stimmt nicht mit den Originalen überein und hat der Fälscher seine Fabrikate um eine Kleinigkeit zu gross hergestellt.

Meistenstheils sind mir diese Fälschungen bisher „annullirt“ vorgekommen und zwar durch einen Stempel, den ich in den Original-Annullirungen der ersten Emission von Japan bisher noch niemals gesehen habe. Die „quasi“ Annullirung soll jedenfalls den Rand eines Orts-Stempels vorstellen; derselbe ist aber so zweifelhafter Natur, dass schon hierzu ein grosser Grad von Einbildung gehört, um sich die Ueberzeugung zu verschaffen, als ob der Stempel „Original“ wäre. Er ist zudem, statt „tiefschwarz“, (wie alle mir bekannten Originale der ersten Emission abgestempelt sind) allemal grau.
 

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